Planungs-Fiasko Seebrücke Braunsbedra

Die komplizierten Arbeiten an der Seebrücke in Braunsbedra sind immer noch im Gange, zwischenzeitlich wurden Fundamente für die Stahlbetonträger gegossen. Arbeiten die so nicht nötig gewesen wären, wenn man wie in Mücheln die Arbeiten vor der Flutung umgesetzt hätte. Zudem wäre der Kostenrahmen deutlich niedriger. Die sogenannten komplizierten Arbeiten werden die schon hohen Kosten von 3,6 Millionen Euro noch einmal um einiges hochschnellen lassen und die Bauzeit verdoppeln. Mehr zum Thema hier.

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Kommentare: 9
  • #1

    Holger Boenicke (Sonntag, 06 April 2014 11:19)

    Zur Frage, wer für die Planung verantwortlich war, kann ich nur sagen: Sie nicht. Ansonsten wäre ja alles perfekt gewesen.
    Als Ingenieur (hier allerdings unbeteiligt) kann ich Ihnen sagen, dass man nicht immer alles von vorherein einschätzen kann. Und hätte man bereits zu Beginn überdimensionale Säulen gesetzt und es hätte sich herausgestellt, dass diese nicht notwendig gewesen wären, hätten Sie sich an dieser Stelle auch darüber aufgeregt.
    Das finde ich ehrlich gesagt arm... Danach ist man immer klüger.
    Ich sage nicht, dass man diese Informationen nicht veröffentlichen soll, aber ihre persönliche Meinung hat in einem solchen Artikel nichts zu suchen.

  • #2

    wasserturmland-magazin (Sonntag, 06 April 2014 14:53)

    Aber selbstverständlich kann ein Redakteur eine eigene Meinung haben Herr Boenike!

    Natürlich können bei einem Projekt Probleme auftreten, aber dass von 31 Stützen 27 nachgebessert werden müssen zeigt doch deutlich auf, dass hier etwas richtig im Argen liegt. Dazu braucht man kein Ingenieur zu sein, hier reicht ein gesunder Menschenverstand.

    Das die gesamten Arbeiten, auch evtl. Änderungen vor der endgültigen Flutung kostengünstiger umsetzbar gewesen wären als bei vollem Wasserstand, dürfte auch allgemein verständlich sein. Verweisen möchte ich auch darauf, dass im Text/Bericht nichts von unter oder überdimensionierten Säulen gestanden sondern es ging um eine nachträgliche arbeits- und kostenintensive Fundamentierung.

    Andererseits wären auch überdimensionierte Tragesäulen die unnötige Kosten verursacht hätten nicht in Ordnung. Um Ihre Wortwahl zu gebrauchen, finde ich es eher „arm“ wie mit unseren Steuergeldern umgegangen wird und wenn man dieses noch gut heißt.

  • #3

    Meinhard (Sonntag, 06 April 2014 17:58)

    Wer schreibt denn hier eigentlich alles? sehe nie den namen des redakteurs

  • #4

    wasserturmland-magazin (Sonntag, 06 April 2014 18:44)

    Herr Meinhard - einfach mal ins Impressum sehen

  • #5

    wasserturmland-magazin (Sonntag, 06 April 2014 18:47)

    Noch einen Zuschlag zu Herrn Boenicke Kommentars

    Es ist davon auszugehen, dass an der Stadt Braunsbedra der Großteil, oder im schlimmsten Fall die gesamten Merkosten hängen bleiben. Evtl. muss die Stadt daher schon lange geplante Investitionen in Kindergärten, Schulen, Strassen usw. verschieben. Zudem durch die Verschiebung der Baufertigstellung der Seebrücke auch eine Verschiebung der Freigabe des Braunsbedraer Hafens zu rechen ist, wodurch die Saison 2014 auch als Verlust in den Büchern stehen wird. Privatinvestitionen die Arbeitsplätze schaffen verschieben sich oder werden endgültig auf Eis gelegt.

    Ich denke, dass man davon ausgehen darf und muss, dass Planungen ordentlich durchgeführt werden und staatliche Bauvorhaben nachher nicht ein Vielfaches der Ausschreibungssumme betragen. Auf diese Art Geschäfte zu machen sehe ich als vollkommen daneben an!

  • #6

    Holger Boenicke (Sonntag, 06 April 2014 22:05)

    Klar kann der Author eine Meinung haben. Wenn er die aber äußern will, sollte er "Kommentar" (oder ähnliches) darüber schreiben, damit man weiß, was man davon zu halten hat.
    Zu Ihren Aussagen:
    Was soll das mit den 27/31 bedeuten. Klar muss bei so vielen Säulen nachgebessert werden. Vermutlich handelt es sich dabei um eine Ursache. Also, ob da nun 3 oder 27 betroffen sind, trifft keine Aussage über den Umfang des Versagens der Verantwortlichen.

    Weiterhin erwarten Sie, dass man also am besten möglichst frühzeitig (vor der Flutung) begonnen hätte diese Säulen zu bauen. Und außerdem hätten sie dann auch noch perfekt auf die Bedürfnisse zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme zugeschnitten sein sollen. Bis heute kann niemand sagen, wie sich der Untergrund am See nach der Flutung entwickeln wird. Also kann man die Säulen auch nicht 100%ig planen. Um es mit Ihren Worten zu beschreiben: "Dazu braucht man kein Ingenieur zu sein, hier reicht ein gesunder Menschenverstand."

    Sicher gibt es diverse Probleme in unserer Region, seien sie politischer oder organisatorischer Natur. Ich persönlich bin auch nicht mit allem einverstanden. Aber ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass wir deswegen alles schlecht reden müssen.
    Sicher wäre es kostengünstiger gewesen, die Säulen zu setzen, bevor der See geflutet wurde (Das ist natürlich nur eine Vermutung). Aber das wurde nicht gemacht. Also, müssen sie jetzt gesetzt werden. Das ist doch OK. Die Alternative wäre, diese nicht zu setzen. Ist das das Ziel?
    Und wenn die Säulen aus irgendwelchen Gründen nachbearbeitet werden müssen, dann ist das halt so. Was wäre die Alternative?
    Und irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass die Säulen vorsätzlich falsch gebaut wurden.

  • #7

    wasserturmland-magazin (Montag, 07 April 2014 08:41)

    Der Geiseltalsee gehört zu den zuletzt gefluteten Braunkohlelöchern im Mitteldeutschen Seenland und ist nicht der erste der eine Seebrücke erhält. Dies heisst, dass auf jeden Fall schon über weitreichende Erkenntnisse dazu vorliegen. Natürlich bestätigt die hohe Anzahl der nachzuarbeitenden Fundamente der Stützen, dass hier ein Planungsfehler vorliegt, sonst müsste man ja nicht so extrem nachbessern.

    Wenn Arbeiten an einem Projekt kostengünstiger und einfacher durchgeführt hätten können als nachher tatsächlich umgesetzt, liegt eindeutig ein Projektierungs- Planungsfehler vor. Andererseits werden durch die Ausschreibungen die Kosten des Leistungsanbieters von diesem nach unten gedrückt um an den Auftrag zu gelangen. Ein auftretender Mehraufwand dann dem staatlichen Bauträger in Rechnung gestellt. Zu oft haben wir diese Vorgehensweise bei vielen Projekten in Deutschland doch schon erlebt – da wird es doch endlich Zeit mal stopp zu sagen!

    Natürlich ist es keine Alternative, die Bauarbeiten abzubrechen und die Seebrücke als Bauruine stehen zu lassen. Aber was ist mit den Mehrkosten und den aus der Zeitverschiebung der Fertigstellung entstandenen Kosten? Hier ist doch eindeutig etwas schief gelaufen, was den Bürgern von Braunsbedra richtig Geld und Ansehen kostet.

    Schade ist es, wenn offensichtliche Tatsachen, die bei der Umsetzung des Tourismus in unserer Region auftreten, nach Ansicht einiger nicht benannt werden dürfen. Nur wenn wir offen damit umgehen kann verbessert und weiterentwickelt werden. Eine Offenlegung, Nennung von Problematiken als allgemeines Schlechtmachen darzustellen, bringt die Region nicht weiter und verharmlost die momentane Situation. Planungsschritte müssen einfach vielmehr hinterfragt werden als bisher, damit immer weniger Fehler und damit verbundene Kosten nicht entstehen. Kosten die wir alle Schultern müssen, Gelder die dann an anderer Stelle fehlen!

  • #8

    Holger Boenicke (Montag, 07 April 2014 21:31)

    Eigentlich wollte ich ja nichts mehr schreiben... Na ja, ich bin auf jeden Fall auch dafür, dass Informationen recherchiert, hinterfragt und veröffentlicht werden. Dies sollte jedoch neutral geschehen. Das Ganze nennt man dann Journalismus. Hier fällt allerdings bereits in der Überschrift das Wort "Fiasko" ins Auge. Nur selten finde ich hier einen neutralen Artikel. Ich glaube nicht, dass das der Region hilft.
    Ich wohne momentan in einer Urlaubsregion in Süddeutschland und weiß so ein bisschen, wie man die Geiseltallsee-Region auch außerhalb des Geiseltals sieht. Und ganz ehrlich: Das letzte was die Region gerade gebrauchen kann, sind schlechte Nachrichten, die nach außen hin verbreitet werden. Eine regionale Ausrichtung/Beschränkung dieser Informationen wäre meiner Meinung nach sinnvoll.

  • #9

    wasserturmland-magazin (Mittwoch, 09 April 2014 09:02)

    Thema Fiasko: Seien wir doch mal ganz ehrlich, wie würde man persönlich einen Hausbau bezeichnen, der auf 31 Säulenfundamenten steht, von denen 27 ausgebessert werden müssen da diese ihr Haus nicht tragen, sie für die entstehenden Mehrkosten aufkommen sollen und sich die Bauzeit um 100% verlängert? Ganz einfach ein „Fiasko“!

    Journalismus, besteht auch darin Überschriften zu finden die die angestrebten Leser auf den Bericht/Artikel lenken. „Planungs-Fiasko“ erfüllt dort gezielt die Aufgabe.

    Was heißt denn neutral? Wenn etwas nicht in Ordnung ist, dann muss man dies auch beim Namen nennen können. Dies nicht zu tun wäre dann ja auch schon Unneutral. Fehler aufzuzeigen, damit daran was geändert werden kann ist der Weg und hat nichts mit schlecht machen oder Unneutralität zu tun. Warum werden bei uns in der Region die, die Fehler aufzeigen, als die Bösen/Unruhestifter bezeichnet? Warum setzt man sich nicht mit denen auseinander die diese nicht ordentliche Situation zu verantworten haben?

    Sehr erschüttert sollte man über den Vorschlag sein, dass eine regionale Ausrichtung/Beschränkung der touristischen Bürgerinformationen auf wasserturmland-magazin als sinnvoll anzusehen. Da bleibt einem fast die Spucke weg.

    Was hier auf wasserturmland-magazin veröffentlicht wird, ist ein kleiner Teil von dem was nach Ansicht des Teams in Sachen Tourismus ansteht und was von diesem dazu von ihm umgesetzt wird. So probieren die Mitstreiter mit www.geiseltalinfo.de erstmals dem Touristen und dem Einheimischen umfassend aufzuzeigen, was unsere Region jetzt schon tolles zu bieten hat. Dies ist vielmehr als es sich die meisten vorstellen können. Wenn man dies nicht als positives sieht, was dann?

    Zudem ist unsere Region nicht nur aus dem Geiseltalsee besteht, der wenn wir ehrlich sind noch sehr wenig zu bieten hat und wenn es in dem Tempo weiter geht wie bisher, noch Jahrzehnte dauern wird bis tatsächlich eine touristische Struktur steht. Es wird Zeit eine Tourismusregion größer zu sehen, mit einer Größe die eine Wirtschaftlichkeit zulässt. Die Region hat um den Geiseltalsee so viel Tolles zu bieten, mit dem man touristisch sofort punkten könnte. Man muss nur endlich daran gehen dies zu erkennen und entsprechend zu vermarkten - schon entsteht ein positiveres Bild.

    Grundsätzlich wird es Zeit, dass man sich in der Region wieder intensiv mit der Umsetzung des Tourismus befasst und offen dies angeht!