Das Geiseltal ist ein Pulverfass – mehr als eine Metapher!?

"Das Geiseltal ist ein Pulverfass“, so ist es in der MZ zu lesen und die MZ hat Recht. Nicht nur, dass an der Marina Braunsbedra heute die dritte Bombe innerhalb weniger Wochen bei Bauarbeiten gefunden wurde, obwohl 100 tausende von Euro in das Auffinden von Kampfmitteln gesteckt wurden. Bisher aber trotzdem noch 3 Fliegerbomben nach deren ungeplanten Auffindung teuer entschärft werden mussten. Da haben wir noch eine Seebrücke für Minimum 3,6 Millionen Euro, von deren 31 tragende Säulen 27 aufwendig nachgearbeitet werden mussten, um ein Absinken der Seebrücke zu verhindern. Allein das Wort Seebrücke, das man nun als Lichtkunstwerk verkauft, ist falsch denn dieses Bauwerk ist gar keine, denn der Schiffsanleger wird etwa 800 m von der Seebrücke nochmals teuer gebaut. Nicht zu vergessen, dass die angebliche Seebrücke erst 2016 für die Öffentlichkeit freigegeben werden soll. Bis dahin soll man sich mit „Tagen der offenen Seebrücke“ doch glücklich schätzen!

 

 

Das Ordnungsamt Braunsbedra teilt offiziell im August mit, dass Quart- Cross- und Mopedfahrer bittet die Wege rund um den Geiseltalsee, auf denen das Befahren mit Motorisierten Fahrzeugen grundsätzlich verboten ist, doch bitte sorgfältig zu behandeln und Rücksicht auf andere Nutzer der Wege zu nehmen sollen. Dieses offizielle Statement wurde bis heute nicht zurück genommen! Eigentlich nicht zu glauben!

 

Der Geiseltalseerundweg soll nun bis Ende der Bauarbeiten (2016) von Neumark bis Krumpa geschlossen bleiben, die Umleitung durch das so naturnahe und so sehenswerte Industriegebiet Krumpas ist bis heute nicht entsprechend ausgeschildert, in Neumark stehen unsere Gäste einfach vor einem Zaun ohne dass Ihnen eine Information gegeben wird. Es wurde auch schon gemunkelt, dass man sich mit der Umleitung durch das Industriegebiet Investoren verspricht.

 

Veraltete Geiseltal-Pages informieren unsere Gäste mit Infos teilweise aus 2008. Teure Studien wurden in Auftrag gegeben, dann wieder gestoppt. Zwischenzeitlich wurden sie freigegeben, obwohl  von den vielen unterschiedlichen Akteuren, teilweise auch wiederum mit Fördermitteln, vollkommen andere Tatsachen geschaffen wurden, als in der Ausschreibung festgelegt.

 

Keiner übernimmt wirklich Verantwortung! Der Landkreis besetzt die Stelle des Sachgebietsleiters für Kultur & Tourismus und des Querfurter Burgmanagers mit einer einzigen Person und unterstreich damit die Äußerung unseres Landrats, dass für ihn und den Landkreis der Tourismus keine wirtschaftspolitische Rolle spielt. Man hat das Gefühl, man ist in einem Tollhaus bzw. das Geiseltal ist ein Pulverfass kurz vor der Explosion!

 

In diesem Pulverfass fühlt man sich von unseren politischen Vertretern in den Stadtparlamenten und im Kreis vollkommen alleingelassen! Es ist doch fast wie vor 25 Jahren. Einige werden sagen, dies ist doch nicht zu vergleichen, aber unsere Region steht wie damals Ost und West vor einer unabwendbaren Kehre, um sich weiter - weg von einer Industrieregion hin zu einer Tourismusregion - zu entwickeln. Eine effektive wirtschaftliche Wende hin zum Erhalt und Ausbau unserer weitestgehend ländlich geprägten Region muss her. Entgegen dem Irrglauben, dass besonders unsere Region noch weitere Industrie anziehen kann, muss positiv vermittelt werden, dass gerade der Tourismus lohnenswert ist bei uns einen neuen Aufschwung zu bewirken. Tourismusarbeitsplätze wandern z. B. nicht ins Ausland ab. Plant man den Tourismus mit regionalen Akteuren, verbleibt auch die Wirtschaftskraft in der Region und wird nicht von Konzernen abgezogen. Wir müssen anfangen wieder den regionalen Wert unserer Region und unserer Menschen zu erkennen.

 

Die Lunte liegt eigentlich schon an ...

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