Der Fachkräftemangel ist auch im Sachen-Anhalt Tourismus angekommen!

Im Rahmen des vom Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) geförderten bundesweiten Projektes "Arbeitsmarkt- und Fachkräfteanalyse Tourismus" wurden 1.200 Unternehmen aus Beherbergung, Gastronomie sowie Kultur- und Freizeitwirtschaft telefonisch und 100 Unternehmer, Experten und Multiplikatoren persönlich befragt.

Das Ergebnis für Sachsen-Anhalt: Mehr als 43 % der suchenden Unternehmen konnten ihre offenen Stellen nicht mit den gewünschten Qualifikationen besetzen. Konnte eine Stelle nicht besetzt werden, folgten bei 46 % der Betriebe Umstrukturierungsmaßnahmen. Rund ein Fünftel der Unternehmen stellte als Alternative eine ungelernte Arbeitskraft ein. Zahlreiche Ausbildungsplätze blieben 2013 unbesetzt. Im Tourismus bildet nur jedes vierte Unternehmen (28 %) selbst aus, lediglich 38 % dürfen überhaupt ausbilden. Quelle Tourismusverband Sachsen-Anhalt.

Der Redaktion ist noch gut im Gedächtnis, dass Anfang 2014 Akteure und Urgesteine der Region dies vehement abgestritten hatten und die Information über Fachkräftemangel gerade in unserer Region, die ja durch ihre Neuentstehung nicht auf gewachsene Strukturen zurückgreifen kann und sich dieser Fachkräftemangel noch gravierender auswirken wird, sogar als eine direkte Beleidigung der Region angeprangert wurde.

Nun sind unverrückbare Zahlen auf dem Tisch und man kann davor nicht mehr die Augen verschließen. Nun muss man sich dieser Problematik stellen, sonst wird es nichts mit einer blühenden Tourismuslandschaft in unserer Region!

Als besonders gravierend ist dabei anzusehen, dass im Tourismus nur jedes vierte Unternehmen (28 %) selbst ausbildet und lediglich 38 % überhaupt ausbilden dürfen. Aus der zuvor geschilderten Situation, dass unsere Region zudem nicht über fest gewachsene Strukturen verfügt, die beiden Zahlen noch erheblich geringer ausfallen dürften.

Der Fachkräftemangel im Tourismus dürfte sich für Investoren besonders negativ darstellen. Was benötigt wird ist eine strukturiert aufgebaute Überbetriebliche-Aus- und Fortbildung, die auch in der Lage sein sollte auf neu entstehenden Bedarf, wie bei Investoren-Anforderungen, reagieren zu können.

Der Saalekreis steht eigentlich in der Verantwortung diesen Aufbau zu steuern und zu fördern. Wenn man aber bedenkt, dass der zuständige Landrat Herr Bannert, sich zum Tourismus folgender maßen äußert: „Der Tourismus habe für Ihn und den Landkreis keine wirtschaftspolitische Bedeutung“. Was deutlich damit unterstrichen wird, dass eine Person die Aufgaben des Querfurter Burgherrn, des Tourismus- und Kulturbereichsleiters innehat, damit wird diese Einstellung mehr als überdeutlich. Daher werden die Dehoga, die Kammer und die Agentur für Arbeit besonders gefordert sein, gezielt zusammen arbeiten müssen und verzahnte Strukturen aufgebaut werden müssen.

Die Befürchtung besteht aber das wieder einmal, dass der Kopf in den Sand gesteckt wird, wie bei vielen weiteren wichtigen und aktuellen Tourismusthemen in der Region. Auch darin bedingt, dass der Tourismus von den Parteien und Politikern immer noch nicht als der wesentliche Zukunftsfaktor für die Region gesehen wird, die er darstellen könnte und auch tatsächlich kann!

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