Die Masterpläne – mehr Placebo als Zukunftsweisend

In der MZ ist von vergessenen Anglern bei der Nutzung des Geiseltalsees zu lesen und davon, dass der Kreisanglerverein in den neuen Geiseltal-Masterplan bisher nicht einbezogen worden sei, man aber sich gerne einbringen möchte.

Da haben wir ihn wieder, diesen mysteriösen Masterplan, ein Masterplan der wie eine Verschlusssache behandelt wird, und über den nur ausgesuchte Personen und Interessensgruppen informiert wurden. Es sieht so aus, als wolle man den Masterplan nur Personengruppen zugänglich machen von denen wenig Wiederstand zu erwarten ist.

Ein Masterplan der vom Müchelner Bürgermeister als Bau-Masterplan angesehen und bezeichnet wird, also kein Nutzungs- Tourismus-, Beschilderungs- oder Marketing-Masterplan. Also alles zerstückelt und unorganisiert wie bisher, ein wirklicher gesamt-Masterplan für eine Tourismusumsetzung, in die alles hineinfließt fehlt, ist auch nicht in Sicht. Wenn man die momentan über Jahre bestehende Situation betrachtet, kommt man auch eher zu dem Schluss, dass ein Gesamt-masterplan gar nicht erwünscht sei.

Aber zurück zu diesem mysteriösen Bau-Masterplan, der im Ende November 2014 einem vom Kreis handverlesenen Publikum unter Ausschluss der Presse (die wurde ausgeladen) mit einer Power-Point Präsentation vorgestellt wurde. Ein Teilnehmer hatte geistesgegenwertig diese Projektionen abfotografiert und unserer Redaktion zur Verfügung gestellt. Den Bericht dazu finden Sie hier.

Die Redaktion hat dann diese Infos veröffentlicht, wobei wir sehr verwundert waren, dass von einigen Teilnehmern die Inhalte vehement abgestritten wurden. Warum, kommt da sofort als Frage auf? Wahrscheinlich ist die Ausrichtung des Masterplans der früher das komplette Geiseltaler Seengebiet mit seinen 6 Seen umfasste, nun nur noch einzig auf den Geiseltalsee ausgerichtet ist und dort wiederum nur auf sogenannte Hotpoints, wie die beiden Häfen, das Geiseltalsee Camp den Weinberg und den Nordstrand, doch von wirtschaftlichen Interessen durchsetzt.

Umfassende Projekte wie 2010 beschlossen, wie der Geopark der Pfännerhall rund um den See, eine weitere touristische Erschließung der Halbinsel und das groß geplante Reittourismuszentrum stehen nicht mehr auf der Planung. Hierdurch sollen die bisherigen staatlichen Investitionen geschützt werden, wie im Masterplan zu entnehmen ist.

Man hat die Change nicht genutzt die Bevölkerung und alle Organisationen und Akteure mit in die weitere Umsetzung, egal welcher Masterplan oder Studie mit einzubeziehen, geschweige denn sie entsprechend zu informieren. Dazu hätte sich doch hervorragend die Kreiszeitung geeignet. Die MZ ist bisher auch noch nicht auf den neuen Masterplan (Bau) eingegangen – ach so, man war ja ausgeladen. Man bekommt schnell das Gefühl, dass versucht wird die Bevölkerung unwissend zu halten.

Im MZ-Artikel zu den Anglern ist auch zu lesen, dass man dort von 20 Fischereiaufsehern ausgeht um die Kontrollen abzusichern. Toll, da passiert wieder das Gleiche wie sonst auch, jeder kocht für sich ein, sein Süppchen, statt einen ordentlichen Eintopf zu kreieren. Denn zu den 20 Fischkontrolleuren kommen die Mannen der Wasserschutzpolizei, die Ordnungskräfte der Ordnungsämter der drei Anliegerstädte, die Sicherheitskräfte der LMBV – und jetzt kommt das Beste: Jeder darf nur in seinem eigenen Zuständigkeitsbereich tätig werden. Hier endlich zu reagieren und eine Ranger-Mannschaft aufzubauen, die für alles zuständig ist, wäre eigentlich die Zielstellung und gehört in einen Gesamt-Masterplan, an den aber keiner ran will! Lieber zisch verschiedene Masterpläne, die dann noch nicht mal kompatibel zu einander sind. Aber man hat ja was getan, dann noch ein Foto für die Presse und unser Landrat ist glücklich!

Insgesamt wird viel Geld für Studien und die verschiedensten Masterpläne ausgegeben, ohne das tatsächlich ein benötigtes Gesamtkonzept in all den Jahren seit der Flutung der Seen auch nur ansatzweise zustande gekommen ist. Eigentlich hoch blamabel!