Kommentar zur Wanderung "Extrem & Artenreich" zum Kohlberg St. Micheln vom Geo-Naturpark Saale-Unstrut-Triasland

Mit dieser Wanderung, die vom Geo-Naturpark Saale-Unstrut-Triasland dazu organisiert wurde, um Öffentlichkeitsarbeit für den Lebensraum Kohlberg zu betreiben, wurde dieses Ziel aus mehreren Gründen nicht erreicht, was als sehr bedauerlich anzusehen ist. Der Trockenlebensraum Kohlberg ist unbedingt erhaltungswürdig und die über mehrere Jahre eingebrachte Arbeit und enormen Fördermittel sollten nicht verpuffen!

 

Fazit ist, dass Öffentlichkeitsarbeit unbedingt notwendig ist, um auf diesen Landstrich mit Trockenrasen aufmerksam zu machen. Heute ist es noch ein Lebensraum und Rückzugsgebiet für viele seltene Tier- und Pflanzenarten. Da macht sich eine jährliche Führung, die für 3 Stunden angekündigt wurde und ca. nach 30 Minuten schon zu Ende ist, nun wirklich nicht positiv bemerkbar, zudem das Aufmerksammachen auf diese Veranstaltung  doch sehr zu wünschen übrig ließ. Zwei Sätze bei der Terminankündigung lockt einfach keine Interessierten hinter dem Ofen hervor – da fehlt es leider an Professionalität.

 

6 Personen hatten daher auch nur an der Führung teilgenommen, wovon die Hälfte über unser touristisches Informationsprojekt geiseltaler-touren.de darauf aufmerksam gemacht wurde, wobei wir erst eine Woche vor der Führung auf diese aufmerksam wurden, aber umgehend eine entsprechende Infopräsentation erarbeiteten.

 

Die Redaktion bot sofort dem Naturpark-Saale-Unstrut-Triasland telefonisch eine Zusammenarbeit an, die sich auf viele Felder der Tätigkeiten des Naturparks erstrecken könnte, die gezielt auch zum Landtourismus und damit der Förderung der ländlichen Region dienen könnte. Diese wurde sofort gedankenlos mit dem Argument abgelehnt, um den Tourismus kümmere sich doch der Tourismusverband Saale-Unstrut wobei allgemein bekannt ist, dass dieser Tourismusverband vollkommen überfordert ist und die Tourismusregion Geiseltal überhaupt nicht entsprechend vermarktet. Unsere Redaktion hat das Kooperationsangebot nochmals schriftlich zugesendet, worauf die Antwort kam, man leite sie an die Verantwortlichen weiter. Leider gab es bisher noch keine Rückmeldung!

 

Jetzt aber direkt zurück zum Kohlberg. Dieser benötig schnell mehr Aufmerksamkeit, um ihn weiter über den Förderzeitraum, der 2015 ausläuft, am Leben zu erhalten. Mit Verwunderung ist immer wieder zu sehen, dass sogenannte Förderprojekte, nachdem die Fördermittel auslaufen, den Bach runtergehen, da während des Förderzeitraums nicht intensiv nach Lösungen gesucht wird, das Projekt ohne Fördermittel langfristig auf gesunde Beine zu stellen.

 

Benötigt wird für den Kohlberg eine Verbindung aus Landwirtschaft mit vermarktbaren Regionalprodukt(en) und Tourismus in seiner vielfältigen Bandbreite. Überlegenswert wäre ein Arche-Hof, der alte Haustierrassen eine Heimat gibt, damit die Beweidung sicher gestellt und evtl. ein Produkt wie Schafs- oder Ziegenkäse erwirtschaftet und eine interessante Sehenswürdigkeit geschaffen wird.

 

Wichtig ist es jetzt, fünf Minuten vor Zwölf, eine Sensibilisierung der Bevölkerung für den erhaltenswerten Lebensraum Kohlberg durch Information aufzubauen. Dabei kann die Redaktion von geiseltalinfo.de helfen und ein erster Schritt sein. Regelmäßige Führungen zum Kohlberg sollten umgesetzt und angeboten werden. Unsere regionale Kräuterfrau Frau Lattke wäre da sicher ein interessanter Ansprechpunkt - nur es muss ein deutliches Zeichen der momentanen Projektverantwortlichen des Geo-Naturparks Saale-Unstrut-Triasland dazu geben! Was fehlt, ist ein Gesamtkonzept für die Entwicklung, besonders die touristische Entwicklung unserer Region!

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