Neuer Masterplan(?) mit ausschließlicher Ausrichtung auf den Geiseltalsee in Wünsch diskutiert

Die Redaktion veröffentlich hier eine Mitschrift eines Teilnehmers der Veranstaltung am 20. November im Strohballenhaus Wünsch. Zu dieser hatte der Saalekreis ins Strohballenhaus nach Wünsch eingeladen, um über den Stand der Überarbeitung des Masterplanes  Bergbaufolgelandschaft Geiseltal - Endbericht von 1998 zu informieren. Eingeladen waren die Gruppierungen, die als Akteure vom Landkreis angesehen werden. Die Presse war nach Informationen von Teilnehmern wieder ausgeladen worden, wir wurden erst gar nicht eingeladen. Daher hat dieser Bericht auch für die Information der Öffentlichkeit einen hohen Stellenwert!

 

Anwesend bei der Veranstaltung waren: Bürgermeister Mücheln (Herr Marggraf), Braunsbedra (Herr Schmitz), Bad Lauchstädt (Frau Niewiadoma), Merseburg (Frau Dr. Kaaden), diverse Stadträte, einzelne Kreistagsmitglieder, verschiedene Angestellte von Kreis und Städten, Vertreter IFV, Campingplatz, Bootsverleih, Marina Mücheln, Pfännerhall, BUND Naturschutz, ganze Reihe unbekannte Leute.

 

Bei dieser Veranstaltung wurde "ausschließlich" der neue aktualisierte Masterplan vorgestellt und darüber diskutiert. Wobei die Definition fehlt, um was für einen Masterplan es sich denn nun tatsächlich handelt. Über die zu erarbeitende Dachmarke und die zukünftige Organisation von Marketing etc. wurde nicht gesprochen.

 

Vorgestellt wurde der schon recht komplette neue Masterplan 2014 (welcher?) von der Dresdner Firma KEM (Kommunalentwicklung Mitteldeutschland GmbH), welche den Zuschlag für das Projekt vom Landkreis erhalten hatte. Weiterhin hat der LK noch eine Studie unserer Geiseltaler Alleinstellungsmerkmale, die Entwicklung einer Dachmarke (BTE) und ein Beschilderungskonzept beauftragt. Dies war aber nicht Gegenstand der Präsentation. Aber eigentlich gehört dies alles in einen wirklich effektiven Masterplan hinein!

 

Anmerkung der Redaktion: Die Arbeiten an der BTE Studie waren vom Landkreis zwischenzeitlich gestoppt und erst vor kurzem wieder aufgenommen worden, wie die Redaktion von der beauftragten Firma BTE aus Berlin telefonisch erfuhr.

 

Nun chronologisch und ohne Anspruch auf Vollständigkeit die Fakten und die Vorschläge der Dresdner Experten:

 

1. Gemarkung "Mücheln"

 

-  Der Vorschlag eines  Umbaus von Stöbnitz zu einem Ort, der eine optisch ansprechende "Urban-Achse" zum See hin besitzt, die Besucher auch erlaufen können ist zu begrüßen

 

-  Um Veranstaltungen in Mücheln zu halten und weiter durchzuführen ist nun der Ausbau des Aussichtspunktes Stöbnitz zu einer Veranstaltungsfläche für akustisch problematische Events geplant. Die Jugendlichen sollen auf dem Halbinselzeltplatz campieren. Dies gefiel Herrn Thomas Weiß gar nicht.

Anmerkung der Redaktion: Bei einem Telefongespräch mit Herrn Weiss, teilte uns dieser mit, dass er dies nicht vorgebracht hätte. Sieht aber wegen Streuobstwiesen und einer zu erwartenden Lärmbelästigung den Standort Aussichtpunkt Stöbnitz nicht unbedingt als geeignet an. Er äußerte sich insoweit, dass ein passender Großveranstaltungsbereich benötigt wird und es dabei vollkommen egal ist wo er angesiedelt wird, nur er sollte kommen. Insgesamt war es wirklich langes und austauschendes Gespräch, was wiederholt werden sollte.

Die Redaktion hat hier auch große Bedenken und bevorzugt einen Veranstaltungsbereich am Ufer hinter der Pfännerhall, wo man nun eine Seebühne für höchstens 400 Personen plant. Dieser Bereich ist viel besser geeignet, da die Besuchermassen nicht erst durch die ganzen Ortschaften fahren müssen sondern vor Braunsbedra von der Kreisstrasse auf die Parkflächen geleitet werden können. Zudem verfügt dieser Bereich mit dem Bahnhaltepunkt Braunsbedra Ost noch über eine ideale Zuführung durch den ÖPNV. Auch dürfte die Lärmbelästigung für Anwohner hier niedriger liegen als auf der Anhöhe in Stöbnitz. Mit dem geplanten Campingplatz vor der Halde Pfännerhall wären auch nahe Übernachtungsmöglichkeiten gegeben.

 

-  Bau eines weiteren Kreisverkehrs am Abzweig Marina um optimal Verkehr zu steuern

 

-  Ausbau des Bereiches zwischen Hafen und Strand aber nicht weiter darüber hinaus ! Leider liegt der Redaktion dazu nichts genaues vor.

 

-  Von einer Entwicklung der Halbinsel bzw. des IFV-Bereiches um die Wetterschutzhütte wird dringendst abgeraten, um Touristen nicht noch weiter von der Stadt wegzulenken, wie auch immense Infrastruktur und Infrastrukturerhaltungskosten zu vermeiden. Ebenso sei die Lage im NSG rechtlich fragwürdig. (hat Herrn Thomas Tribulowski und Reinhard Hirsch nicht wirklich gefallen). Zu einem Masterplan hätte hierzu schon längst nach Ansicht der Redaktion ein Gutachten vorliegen müssen!

Eine nächtliche und ansprechende Beleuchtung des Viadukts wurde von den Dresdnern angeregt. Kein Wort aber zur Zukunft und Einbindung der Bahn in das Konzept. Es steht ja auch immer noch die Schließung der Bahnstrecke für Dez. 2015 an. Ob bei einer Streckenstilllegung das Viadukt erhalten bleibt ist als fraglich anzusehen.

 

2. Halde Klobikau

 

 

-  In Bezug auf die Halde Klobikau wird die Infrastruktur als unzumutbar angesehen derzeitige....allerdings auch keine kurzfristige Änderung denkbar (Seilbahn zu teuer, Verbreiterung des Rundweges naturschutzpolitisch,    kostentechnisch, wie auch geologisch äußerst schwierig (Thomas Weiß wollte weiteren privaten Shuttle-Service, der vom Hafen zum Weinberg fährt ins Spiel bringen, da die GET die nicht entsprechend leisten könne)

 

Soweit der Redaktion bekannt, war in früheren Planungen ein asphaltierter Weg um die Halde vorgesehen, um den Rundweg zu entlasten. Eine weitere Entlastung könnte mit dem direkten Uferrundweg am See (Schotterweg vorhanden und ausreichend) erreicht werden. Von diesem Weg sollte auch ein direkter Weg zum Weinberg umgesetzt werden. Verbunden mit der geplanten Bootsanlegestelle für Fahrgastschiffe und Boote. Eine weitere Entlastung des Rundweges wäre mit der Erschließung des Kammweges zum Weinberg möglich.

 

- Sinnvoll laut der Dresdner sei derzeit nur ein Ausbau des Parkplatzes am Haldenfuß und dessen Anbindung ans Straßennetz.

 

- Reiferts "Schankwirtschaft" auf dem Weinberg soll nach Empfehlung der Beratungsfirma mittelfristig durch einen ordentlichen Gaststättenbau mit anspruchsvollerer Gastronomie ersetzt werden. Dazu möchte die Redaktion bemerken, dass gerade solch ein Gastrobau enorme Erschließungskosten verursachen würde, welcher für die Halbinsel und das Sondergebiet Tourismus hinter der Pfännerhall abgelehnt wird. Mit einem Gastrobau für die gehobene Gastronomie aber sehr schnell die Forderung nach einer Befahrbarkeit mit Autos aufkommen wird, um eine Wirtschaftlichkeit erreichen zu können. Übrigens lebt der Weinberg gerade vom momentanen Flair der Straussen- Schankwirtschaft!

 

- Der Aussichtsturm auf der Klobikauer Halde soll nach Willen der Dresdner ausgebaut werden, da er nach ihrer Ansicht eine ideale Position für Imbiss, Sanitärkomplex mit Touristeninfo wäre. Vom Bunker wurde aus Kostengründen und wegen absolut unversicherbaren Risiken abgeraten (gut versiegeln und fertig)!


 

3. Gemarkung Neumark Nord / Frankleben

- Die Strandanlage Frankleben Ost ist nach Ansicht der Dresdner eine Fehlplanung und ungeeignet.  Der Nord-Ost-Flügel wird so die Hauptlast  der Wassertouristen aus dem Bereich Halle/Merseburg. Dafür sind gewachsene Bebauungen und Wegenetz in Frankleben nicht ausgelegt. So kann es nach Ansicht der Dresdner dort nur einen Strand für Einheimische geben.


Anmerkung der Redaktion: Es darf nicht vergessen werden, dass der Naturstrand Frankleben Ost nur als schnell umsetzbarer Ersatz für den im Tourismussondergebiet Frankleben West vorgesehenen Badestrand entwickelt wurde, da eine Umsetzung des Badestrandes Frankleben West nach momentaner Schätzung, wegen fehlender Bergbaulicher Freigabe noch rund 10 Jahre auf sich warten lassen wird. Nicht zu vergessen, dass insgesamt 5 -6 Badestrände einmal vorgesehen waren, nun soll wohl alles auf drei Badestrände reduziert werden.

 

-  Ein ideales Strandgebiet (Hauptbadestrand des Geiseltalsees) soll die direkte Senkrechte von Neumark-Nord zum Seeufer darstellen. Allerdings ist der Ausbau der derzeitigen Zuwege (Feldwege etc.) aus Richtung Bad Lauchstädt, Merseburg finanziell unrealisierbar. Anmerkung: Zudem auch eine Bergbauliche Freigabe noch nicht in Sichtweite ist.

 

- Dieser Strandbereich soll ebenso einen Schiffsanleger erhalten, ist aber nichts neues.

- Nach der Planung der Dresdner soll die Landzunge hinter der Gartenanlage Frankleben, zum Überregional bedeutenden Surf-Spot Zentrum ausgebaut werden.

 

 

4. Braunsbedra

 

- denkbar ungeeignetste Bedingungen für alles im Bereich Braunsbedra/Neumark seinen nach Aussage der Dresdner die größeren Investitionen, die zu tätigen seinen und so das Ganze zu einem 30 Jahre- Projekt machen würde.

Anmerkung der Redaktion: Effektive Zwischenlösungen scheint es leider nicht zu geben, was als sehr unprofessionell anzusehen ist.

 

- der derzeit geplanter Badestrand sei für externe Besucher unbequem angebunden und schlecht zu erreichen, aber für lokale Bevölkerung unabdingbar.

 

 - Hotelplanung im Hafenbereich soll als optische "Landmark" gestaltet werden

 

 - Anleger und Slipanlage für großes Fahrgastschiff (>60 Personen) notwendig.

 

Anmerkung der Redaktion: Eine Personenschifffahrt von nur 60 Personen ist doch vollkommen unrealistisch. Der größte künstliche See Deutschlands verträgt mindestens ein Schiff von einer Kapazität von 200-400 Personen. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass Braunsbedra über eine Seebrücke verfügt und nicht einen zusätzlichen Anlegeplatz für die Personenschifffahrt zusätzlich bauen müsste! Den das Wort Seebrücke heisst: Verbindung zwischen Ufer und Schiffsanlegung!

 

 - 2x Kreisverkehr erforderlich um Touristen ans Wasser zu lenken. 1. MUEG-Kreuzung 2. Kreuzung Gartenanlage / Reifendienst um Autos zu Standflächen zu kanalysieren. Anmerkung: Hier alles sich auch kostengünstige Alternativen finden, die zudem sofort umsetzbar wären – wenn man will.

- Anbindung Geiseltalstraße / Merseburger Straße / Schloßpark als grüne "Parkallee" zum Erzeugen einer Erholungserwartung, wenn Wohnungsblöcke zurückgebaut werden dann in diesem Bereich.

 

- Bau Fußgängerbrücke über Bahnanlage zur Anbindung der Innenstadt an Ufer. Hier nur Kopfschütteln der Redaktion. Will man da mal wieder Steuergelder verpulvern? Es geht doch alles viel einfacher, denn Braunsbedra hat doch die Unterführung unter den Befahrenen Schienen. Man bräuchte also nur über die kaum noch benutzten Abstellgleise (90% werden gar nicht mehr benutzt) einen Weg anlegen, dies wäre schnell und äußerst kostengünstig umsetzbar. Aber wahrscheinlich plant man wieder mit der Brücke über das breite Gleisbett ein weiteres Lichtkunstobjekt mit Alleinstellungsmerkmal. Fertigstellung 2020, Eröffnung 2022 – sicherlich kommt dieses einigen bekannt vor.


-  Abgeraten wurde in dem Masterplan von der infrastrukturellen Erschließung des Geländes "Pfännerhall" (Was Prof. Luckner vom Verein Pfännerhall e.V. nicht gefällt da in diesem Bereich die hauptansiedlung von Geologisch Geschichtlichen Projekten geplant war). Die Planungsfirma äußerte infrastrukturellen Erschließung des Geländes "Pfännerhall" wäre exorbitant teuer und die abseitige Lage der Pfännerhall würde die Hafentouristik stören. 

 

Als "Hotspot" soll die Pfännerhall aber als Kulturzentrum erhalten bleiben und mit einer kleinen Seebühne (max 400 Personen) für Konzerte versehen werden.

 

Dazu passt aber nicht die geplante Einrichtung eines Rundwegesystems mit Wegen über die Halde Pfännerhall als Aussichtspunkt vom See zur Stadt. Dies würde die Hafentouristik dann aber nicht stören? Denn sicherlich kommt auf die Halde noch ein Aussichtspunkt incl. Imbis und Tourismusinformation wie auf der Halde Klobikau ja gefordert.

Deutlich ist die Reduzierung der Touristischen Angebotsbereiche ausschließlich auf den Geiseltalsee zu spüren und dort wiederum nur auf Marina Müchelt, Campingplatz mit Bade Strand Stöbnitz, dem Hafen Neumark, und den geplanten nun als zentraler Badestrand ausgegebener Nordstrand (Bad-Lauchstädt). Nichts mehr ist von einem Geiseltaler Seengebiet zu hören, so soll zwar am Südfeldsee die bestehend Infrastruktur verbleiben,  hätte aber wohl keine echte Zukunft. Die Natur soll hier laut neuem Masterplan in den Vordergrund rücken. Beim Hasse-See geht man von einem kompletten Rückgang der Nutzung durch starke Konkurrenz aus. Wobei sich die Frage von Seiten der Redaktion stellt, welche Konkurrenz?

Zu diesem Themenbereich greift die Redaktion auf das Fränkische Seenland zurück, dass aus vie Seen besteht und jeder See touristisch seine Eigenarten hat, die ihn für Besucher interessant machen. Dort wäre keiner darauf gekommen sich nur an einem See auszurichten. Dort hat man eine touristische Goldgrube geschaffen, die zum gesamten Umfeld passt. In der Redaktion verursacht diese Konzentrierung auf nur den Geiseltalsee und dort nur auf wenige Punkte zu einem starken Unverständnis.

Die Redaktion sucht den Kontakt zu der von Kreisverwaltung beauftragten Dresdener Firma KEM und dessen zuständigem Mitarbeiter Herr Kroll, sobald  von dort weitere Infos sind werden diese hier natürlich auch veröffentlichen.

Ein Kommentar der Redaktion folgt voraussichtlich Morgen zu dem „Masterplan“ der Dresdner der in absehbarer Zeit sowohl vom Kreistag als auch von den drei Stadtparlamenten Mücheln, Braunsbedra und Bad Lauchstädt beschlossen werden soll. Dieser masterplan soll dann für etwa bis 2025/2030 Gültigkeit ausweisen! Die Redaktion hofft für unsere Region, dass hierzu noch nicht das letzte Wort gesprochen ist!