Tourismusförderung ist direkte Wirtschaftsförderung – für Landrat Bannert aber ein rotes Tuch

Über 90 Prozent der touristischen Unternehmen sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU). In KMU werden auch die meisten Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt. Tagestouristen geben bundesweit jährlich rund 40 Milliarden Euro als Besucher von Museen und Konzerten, für Einkäufe, in der Gastronomie, in der Hotellerie oder für Verkehrsleistungen aus. Es gibt also eine Vielzahl von guten Gründen für den Landkreis, die Städte und Gemeinden, den Tourismus zu fördern. Wo aber bleibt diese gezielte und koordinierte Tourismusförderung?

 

Aus der Sicht der Gäste ist Tourismus völlig unabhängig von politischen oder Verwaltungsgrenzen. Touristen suchen vielmehr Freizeitziele auf, die sich inhaltlich zum Beispiel durch Sport und Ausstellungen oder geographisch zum Beispiel durch eine besondere Landschaft, Mittelgebirge, Seen oder Meeresküste bestimmen lassen. Städte und Gemeinden tun deshalb gut daran, nicht einzeln aufzutreten, sondern zu kooperieren. Dies erleichtert die Ansprache der Touristen im Marketing, es erleichtert aber auch die Aufgabe, ein gutes Angebot für die Touristen bereitzustellen.

 

Eine Region ist leistungsfähiger, wenn sie auf freie Übernachtungskapazitäten in unterschiedlichen Städten und Gemeinden zurückgreifen kann. Sie ist attraktiver, wenn sie landschaftliche Schönheiten mit historischer Architektur und kulturellen Angeboten in verschiedenen Städten und Gemeinden verbinden kann, als wenn jeder Angbotsaspekt selbst erbracht werden müsste. Touristische Regionen sind auch effektiver, weil sie gemeinsame Infrastruktur günstiger erstellen können, als einzelne Kommunen.

 

Dies hat Dr. Gerd Landsberg Geschäftsführendes Präsidialmitglied des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB) als Vorwort zu der Studie „Interkommunale Kooperation im Tourismus“ geäußert, womit er eindeutig den hohen Wirtschaftswert des Tourismus deutlich vor Augen führt und geleichzeitig darauf verweist, wie wichtig der Zusammenschluss, der Aufbau von wirtschaftlich interessanten Tourismusregionen ist, die sich nicht an Stadt-, Landkreisgrenzen festmachen, sondern allein an den Bedürfnissen der Touristen!

 

Erkenntnisse die bei uns in der Region vom Landkreis, hier insbesondere vom Landrat und den Städten bisher nicht erfasst, geschweige denn in Erwägung gezogen wurden. Eher geht es in Richtung einer Zerstückelung des Tourismus! Hier muss Einhalt geboten werden!

 

Als äußerst negativ ist zu bewerten, dass der frisch gewählte Landrat unserer Region, Herr Bannert einen wirtschaftspolitischen Wert für den Tourismus überhaupt nicht sieht! Für Ihn zählt nur die Chemische-Industrie, die aber mittelfristig enorme Risiken für die Region bietet. Zudem auch kaum neue Arbeitsplätze bieten kann, ganz im Gegensatz dazu der gezielte Ausbau der neuen Tourismusregion Geiseltal – dem Wasserturmland, denn Tourismusarbeitsplätze können nicht ins Ausland verlagert werden!.