Antworten der FDP zu den Tourismusfragen in Bezug auf die Kommunalwahl 2014

 

Beantwortet werden die von der Wasserturmland Redaktion an die Parteien und Landratskandidaten gestellten Fragen zum Tourismus in Bezug auf die im Mai stattfindende Kommunalwahl 2014, bei der FDP vom Kreisvorsitzenden Torsten Henze.

 

Herr Torsten Henze: Die Initiative „Wasserturmland“ wird von der FDP – Saalekreis warmherzig begrüßt. Wie Sie unserem Grundsatzprogramm http://www.fdp-saalekreis.de/  entnehmen können, haben wir den Tourismus als einen der bedeutendsten Wirtschaftszweige längst erkannt. 

 

Wir begrüßen ihr bürgerschaftliches Engagement und ihr damit bekundetes Interesse an unserer Region, insbesondere der Tourismusregion. Zu ihrem Fragenkatalog nehmen wir gerne Stellung.

 

Die Redaktion: Was hält Ihre Partei und Sie von der Festlegung einer wirtschaftlich tragbaren Tourismusregion gegenüber einer touristischen Ausrichtung allein auf den Geiseltalsee wie bisher?

 

Herr Torsten Henze: Die touristische Entwicklung rund um den Geiseltalsee spielt jetzt und in Zukunft eine wichtige Rolle im Saalekreis. Wir haben eine zügige Freigabe des Sees, unter Beachtung aller Sicherheit,  stets befürwortet, um Investoren und Gewerbetreibende nicht zu behindern, sondern anzuziehen. Um den Tourismus als Wirtschaftsfaktor zu erhalten und vor allem auch weiter auszubauen, muss die Region Halle-Saale-Unstrut jedoch als Ganzes gesehen werden. Wir streben eine Vernetzung aller Sehenswürdigkeiten, Ausflugsziele und Freizeitgestaltungsmöglichkeiten an. In diesem Zusammenhang verweisen wir auf eine unbedingte Zusammenarbeit aller Tourismusvereine, Kommunen und umliegenden Kreisverwaltungen.

 

Die Redaktion: Ist ein umfassendes Touristisches Gesamtkonzept nicht von größter Wichtigkeit und warum gibt es dieses noch nicht?

 

Herr Torsten Henze: In unserem Grundsatzprogramm, unter dem Stichwort Fremdenverkehr, fordern wir seit geraumer Zeit ein touristisches Marketingkonzept für den Landkreis. Unsere Kreistagsfraktion setzt sich dafür ein, in Vergangenheit und Zukunft. Wir wissen jedoch auch, dass sich die Zusammenarbeit der Anrainer des Geiseltalsees oftmals schwer gestalten lässt. Wir rufen zu Geschlossenheit im Interesse aller Beteiligten auf.

 

Die Redaktion: Wie sehen die Konzepte ihrer Partei gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit im Tourismus aus?

 

Herr Torsten Henze: Zur Problematik Rassismus und Fremdenfeindlichkeit hat unser liberale Vorfeldorganisation, „JuLis“, einen Antrag für unseren kommenden Landesparteitag am 26.04.2014 erarbeitet: Integrationsplan für das Land Sachsen-Anhalt

 

Der Landesverband Sachsen-Anhalt  fordert die Landesregierung auf, die Integration der Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler, Gastarbeiter und Flüchtlinge zielstrebig voranzutreiben und dabei den folgenden in der Anlage 1 beiliegenden Schwerpunkten besondere Beachtung zu schenken.

 

Begründung:

 

Liberale Grundeinstellung:

 

Wir Liberale wissen: Unsere Gesellschaft lebt von der Vielfalt! Auch in Sachsen-Anhalt kommen Menschen unterschiedlichster ethnischer und kultureller Herkunft zusammen. Bereits zahlreiche Spätaussiedler, Gastarbeiter und ihre Familien, Flüchtlinge und Asylbewerber stellen in unserem Land einen unverzichtbaren Teil der Gesellschaft dar. Nur ungleiche Menschen können voneinander lernen, ihre Talente und Erfahrungen erweitern. Es gelingt nur einer vielfältigen Kultur wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen auszubauen. Voraussetzung für all diese Punkte ist aber, unseren ausländischen Mitbürgern mit Respekt, Toleranz und Hilfsbereitschaft zu begegnen und sie nach unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu schützen. Unabhängig von der Entwicklung der Zuzugszahlen. Immer nach dem Motto: Nicht gleich, aber gleichwertig!

 

Probleme im Land: Obwohl immer mehr junge, gut ausgebildete Menschen zuwandern und deren Potential bestens genutzt werden könnte, wird über bessere Förderung und Forderung kaum gesprochen.

 

Zielsetzung: Allen Menschen in Sachsen-Anhalt - ob Deutsche, ob Ausländer- sollen die gleichen Chancen auf Bildung und Beruf haben.

 

Die Redaktion: Wie steht die Partei zu einer Klärung der Verantwortlichkeiten im Tourismus und Einsetzung eines weisungsberechtigten Umsetzungsteams aus Fachkräften?

 

Herr Torsten Henze: Ein Umsetzungsteam zur Koordinierung der touristischen Maßnahmen und Verflechtung der vorhandenen unterschiedlichen Potenziale können wir nur befürworten. Über den Wortlaut „weisungsberechtigt“ würden wir Liberale gern mit Ihnen diskutieren.

 

Die Redaktion: Wie sehen Ihre Konzepte gegen den Touristischen Fachkräftemangel aus?

 

Herr Torsten Henze: Laut Jobcenter gibt es ein Überangebot an Fachkräften und Personal.

 

Anmerkung der Redaktion: Diese Aussage des Jobcenters hat in der Redaktion sehr große Verwunderung hervorgerufen, da wir draußen bei den Akteuren gerade immer vom Gegenteil, einem akuten Mangel an touristischen Fachkräften in Kenntnis gesetzt werden. Es wurde sich daher mit dem Jobcenter in Verbindung gesetzt um den Sachverhalt zu klären. Wir werden demnächst dazu ausführlich berichten.

 

Die Redaktion: Wie steht man zur Schaffung eines Beratungsbüros für gewerblichen Tourismus?

 

Herr Torsten Henze: Hierzu nehmen wir in unserem Grundsatzprogramm Stellung. Wir sind für: Dauerhafte Besetzung der Fremdenverkehrsbüros, auch am Wochenende im ganzen Landkreis.

 

Anmerkung der Redaktion: Scheinbar hat Herr Henze die Fragestellung hier vollkommen falsch verstanden, denn in der Frage geht es um ein Beratungsbüro für gewerblichen Tourismus und nicht um Tourismusbüros, obwohl deren Thematik auch sehr interessant ist. Die Redaktion wird diesem Thema nachgehen.

 

Die Redaktion: Welchen Stellenwert hat der Tourismus als Wirtschaftsfaktor für die Region in Ihrer Partei?

 

Herr Torsten Henze: Wir sehen den Tourismus, neben der Chemischen Industrie, als zweitgrößten Industriezweig im Landkreis. Wir verweisen auf den Teil „Wirtschaftspolitik“ unseres Grundsatzprogramms. Die Anziehungspunkte der Region müssen besser vernetzt und vor allem vermarktet werden.

 

Die Redaktion: Gehören der Öffentliche Nahverkehr & der Tourismus als Planungseinheit nicht zusammen?

 

Herr Torsten Henze:ÖPNV und Tourismus sehen wir als Planungseinheit und sehen hier auch erhebliches Verbesserungspotenzial. Unsere Kreistagsfraktion wird sich für Verbesserungen und Verknüpfungen einsetzen.

 

Die Redaktion: Wie steht Ihre Partei zu einem Schwenk von kostenintensiven Großprojekten zu vielen Kleinprojekten?

 

Herr Torsten Henze: Wie bereits zu Frage eins angeführt, sehen wir die Tourismusregion als Ganzes. Um die Region attraktiver zu machen, bedarf es auch der Umsetzung von vielfältigen Kleinprojekten.

Die Redaktion bedankt sich für die Beantwortung der touristischen Fragen in Bezug auf den Kommunalwahlkampf 2014 bei Herrn Henze von der FDP herzlich.