BTE-Tourismusberatung in der Wasserturmland-Redaktion zu Gast

Mitte April 2014 haben der zuständige Geschäftsführer Dr. Alexander Schuler und die zuständige Assistentin der BTE-Tourismusberatung Berlin bei der Wasserturmland-Redaktion für 2 Stunden vorbeigesehen und sich Informationen für ihre Aufgabe, der Findung einer (Dach)Marke für das Geiseltal geholt.

 

Sehr intensiv wurde über und nach Möglichkeiten zu einer Findung einer Flächengröße für eine effektive Tourismusregion gesprochen und gesucht. Allen Ist auf jeden Fall eindeutig klar, der Geiseltalsee allein kann nicht die Lösung sein! Er ist zwar der größte der 4, bzw. 6 Seen des Seengebiets aber einer der jüngsten Flutungsseen Mitteldeutschlands und wird noch Jahrzehnte benötigen bis er entsprechend touristisch seinen Gästen was bieten vermag. Andere Seengebiete sind da schon wesentlich weiter! Es wird daher das Umfeld, die Region um die Seen dringend benötigt, die eine interessante ländliche Kulturlandschaft darstellt und mehr Sehenswürdigkeiten und Tourismuspotential aufweist, als den Meisten bekannt.

 

Es wurde auch darüber diskutiert, ob es sich rechnen könnte um das Seepferdchen und den Waldelefanten herum ein archäologisches Alleinstellungsmerkmal neu aufzubauen. Hier scheinen der hohe Zeitaufwand und die nicht unerheblichen Kosten, um dies komplett neu aus dem Boden zu stampfen, als negativ zu Buche zu schlagen. Zudem es nach den negativen Erfahrungen mit dem Duplikat der Himmelsscheibe in Nebra, dort nicht so funktioniert wie erwünscht. Man benötigt offensichtlich die Originale, die sich in Halle befinden und mit großer Wahrscheinlichkeit nicht ins Geiseltal abgegeben werden.

 

Auch das Brauchtum mit seinen vielen Festen um die Seen herum wurde ausgelotet, wobei als Vorteil anzusehen ist, dass diese Feste vorhanden sind und nur noch vermarktet werden müssen. Hierzu nur ein Minimum an Geldern nötig ist, die zudem deutlich unter den Kosten für eine Vermarktung des Seepferdchen und des Waldelefanten liegen dürften. Außerdem man diese Vermarktung sofort starten und damit auch sofort Gäste ansprechen kann. Ein gezieltes Angebot von Pressereisen mit ausgesuchten Redakteuren ist dabei als sehr effektiv anzusehen.

 

Das Gespräch kam auch auf die direkte Einbindung des Krumpaer Industriegebiets in die Tourismusregion, in dem man versucht das Industriegebiet gezielt für die Ansiedlung von Tourismus Gewerbebetrieben zu gewinnen. Was sich für Tourismusbetriebe als hoch interessant darstellen könnte, da sich die neue Tourismusregion noch weitestgehend im Entstehen befindet und somit für neue Ideen offen steht. Ein weiteres Plus liegt darin, dass sich das Industriegebiet in Krumpa unmittelbar am im Bau befindlichen Hafen Braunsbedra befindet.

 

Für die Lausitzer Seenlandschaft ist solch ein touristisch ausgerichtetes Gewerbegebiet vorgesehen und erfreut sich großem Interesse. Der Nachteil, das Industriegebiet muss erst aufwendig erschlossen werden und die Genehmigungsverfahren laufen noch.

 

Unsere Region hätte dagegen sofort ein Gewerbegebiet mit Hafen zur Verfügung, mit dem exemplarisch verdeutlicht werden kann, dass das neue Seengebiet nicht nur Potenziale für den Tourismus aufweist, sondern auch Produzierende- oder Dienstleistungsbranchen rund um den Tourismus einen idealen Platz bietet und Gewerbe anzuziehen vermag, das mit weiteren Arbeitsplätzen verbunden ist. Was benötigt wird, ist das Interesse für solch eine Idee und eine entsprechende Vermarktung.

 

Interessant fand man bei BTE auch die Idee eines Wasserturmlandes, da man mit einer Mühlenregion schon gute Erfahrungen gemacht hat. Zudem die Wassertürme über die gesamte Region in Städten und Dörfern gut verteilt anzutreffen und sichtbar sind. Die Wassertürme wären so gesehen Allgemeingut.

 

Gesprächsthema war auch die Möglichkeit einer Miteinbindung des Wallendorfer Sees und des Raßnitzer Sees, deren Tagebau auch zum ehemaligen Braunkohleabbaugebiet Geiseltal gehörte und die jetzt die ideale touristische Korridorverbindung nach Leipzig darstellen würden, wie schon im Wasserturmland vorweggenommen. Da beide Seen schon recht gut erschlossen sind, würden sie eine hervorragende Bereicherung der 4 Geiseltaler Seen ergeben und so das Seengebiet aufwerten. Beide Seen haben schon einen sehr großen Nutzungsbereich von Leipziger Gästen, die weiter in die gesamte Tourismusregion geleitet werden könnten.

 

Als äußerst wichtig sehen alle 5 Gesprächspartner die schnelle Einigung auf ein touristisches Gesamtkonzept, welches aber erst Sinn macht, wenn man sich flächenmässig einig geworden ist. Wobei es als positiv gesehen wird, wenn mehr als nur die direkten Anrainer Städte des Geiseltalsees in eine effektive Struktur eingebunden werden.

 

Immer wieder kam man im Gespräch auf die fehlenden, gebündelten Strukturen zurück, Strukturen die genügend Personal benötigen um effektiv die anstehenden Arbeiten, Aufgaben bewältigen und umsetzen zu können. Fachpersonal, für diese Aufgaben dürfte sich neben der Findung und Aktivierung von Investoren und Umsetzern im Tourismusbereich als eine als eine Problematik darstellen, die umgehend gezielt angegangen werden muss.

 

Um effektiv arbeiten zu können, sind voraussichtlich mehrere Strukturbereiche von Nöten die dann in einer Dachstruktur zusammengeführt werden. Als mögliche Beispiele: Onlinepräsentation und –vermarktung, ein Veranstaltungsservice, der die Veranstaltungen und Messeauftritte organisiert und umsetzt in die alle Veranstalter und deren Umfeld mit eingebunden sind, ein Servicebereich in dem alle Tourismusbüros und Tourist-Informationen eingebunden sind und das Personal entsprechend fortlaufend geschult wird. Eine Touristik-Agentur, die Pauschalangebote zusammenstellt und diese vermarktet.

 

Für die kleinen und mittleren Tourismus Investoren und  Geschäftsgründer wäre eine gezielt ausgerichtete Beratung, ein Büro für eine umfassende Beratung und Begleitung zur Umsetzung von gewerblichen Tourismusideen angeraten. Hier wäre es angebracht diese auf Kreisebene für den ganzen Saalekreis umzusetzen, in die sich die IHK, die Tourismusämter, die Ordnungsämter der Städte sich einbringen könnten.

 

Die Ansichten über die möglichen Betriebsformen sind bei BTE und Wasserturmland-Magazin gleichgehend in die Richtung von eingetragenen Genossenschaften, von denen der Geschäftsführer der BTE Dr. Alexander Schuler sehr viel hält und absolut passend für unsere Region ansieht. Die Redaktion übrigens auch, die Planungen für eine e.G. für geiseltalinfo.de sind daher schon angelaufen.

 

Alles sollte endlich in einem Topf zusammengeführt werden und die Ausrichtungen der vielen Akteure auf deren Kernkompetenzen erfolgen, so könnte als Beispiel mit einem Terminkalender gearbeitet werden und nicht rund 15-20 Akteure jeweils einen eigenen Terminkalender mit viel Energie und Zeitaufwand erarbeiten und ins Netz stellen – zudem diese nur einen Bruchteil der Gesamttermine beinhalten. So gibt es viele weitere Möglichkeiten, die Energie und Geld sparen könnten und die Region als Tourismusregion ein gewaltiges Stück nach vorne bringen könnte!

 

Die Redaktion hofft, dass durch den Marken-Findungsauftrag ein neuer, nach vorne gerichteter, erfrischender Wind in die entstehende Tourismusregion Geiseltal hinein kommt.

 

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