Geplante 30.000 Euro Zahlung für die Übernahme der Tourismusvermarktung von der Stadt Braunsbedra an die IFV wirft kritische Fragen auf

Städte in der Größe der Anrainerstädte des Geiseltalsees müssen Minimum für die Ausgaben ihrer Tourismusvermarktung 100 tausend Euro (laut Sparkassenverband) jährlich einkalkulieren. In der momentanen Aufbau und Umsetzungsphase muss aber von einem wesentlich höher anzusetzenden Betrag ausgegangen werden, um sich innerhalb von 5 Jahren auf dem Markt überhaupt entsprechend positionieren zu können. Braunsbedra will aber nur bis zu 30.000 Euro zur Verfügung stellen, da ist ein Scheitern doch schon vorprogrammiert.

 

Nun ist vorgesehen das die Tourismusvermarktung der drei Anrainerstädte des Geiseltalsees als Geiseltalsee Marketing in die Hände des IFV (Interessen- und Fördervereins “Geiseltalsee” e.V.) gegeben werden soll. Das Aufgabengebiet der Tourismusvermarktung soll nach den bisher vorliegenden Informationen  eine Internetpräsenz, das Erarbeiten und Umsetzen von Printprodukten, ein Buchungssystem, die Planung und Durchführung von Messen und von regionalen  Veranstaltungen, das Ausstatten und Betreiben von Tourismusinformationen umfassen.

 

Dazu gehören auch der Aufbau und die Betreuung der Tourismusinformation auf dem Seebrückenvorplatz in Neumark. Für ein Betreiben dieser Tourismusinformation müssen Minimum 1ne Vollzeitkraft und 4 Teilzeitkräfte einkalkuliert werden. Davon ist auszugehen, da zu mindestens in der Saison das Tourismusbüro täglich besetzt sein müsste. Da kommt man schnell auf über 60.000 Euro Lohnkosten. Rechnet man 1 Vollzeitkraft und 2 Teilzeitkräfte, so kommt man auch schon  auf über 40.000 Euro. Hier handelt es sich um die reinen Bruttolohngehälter, nicht um die tatsächlichen Personalkosten, die noch wesentlich höher veranschlagt werden müssen. Laut Sparkassenverband betragen die Personalkosten zwischen 50 und 60% der Gesamtkosten, da wären wir wieder bei den 100 tausend Euro Minimum die der Sparkassenverband für Kosten einer Tourismusvermarktung kalkuliert.

 

Wenn man nun in diesem Zusammenhang die bis zu 30.000 Euro sieht ,die die Stadt Braunsbedra für die Übernahme des Tourismusmarketings jährlich an die IFV bereit ist zu zahlen, wird man automatisch nachdenklich. Denn mit der Abgabe der freiwilligen  Aufgabe Tourismusmarketing durch eine Zahlung, übernimmt automatisch der Auftragnehmer die alleinige Verantwortung.

 

Hier noch einmal zur Erinnerung der Aufgabenbereich mit dem sich die IFV befassen soll: Internetpräsenz, das Erarbeiten und Umsetzen von Printprodukten, ein Buchungssystem, die Planung und Durchführung von Messen und von regionalen  Veranstaltungen, das Ausstatten und Betreiben von Tourismusinformationen.

 

Die vertragliche Übernahme der Dienstleistung Tourismus beinhaltet auch, wenn etwas schief geht, alleine die IFV dafür verantwortlich ist, der Verein auch das finanzielle Risiko trägt. Die Stadt Braunsbedra würde für weniger als ein Drittel der benötigten Summe, die gesamte Verantwortung, auch für Versäumnisse der früheren Jahre auf den IFV abschieben. Dies als eine gute Grundlage für eine Tourismusvermarktung anzusehen, ist mehr als gewagt.

 

Aus diesen Informationen heraus steht die Aufgabe der touristischen Gesamtvermarktung durch den IFV unter keinem guten Stern, es kommt sofort die Frage auf, ob der IFV nicht viel zu naiv an diese Aufgabe herangeht? Wie kann man so ein Angebot der Stadt Braunsbedra von Seiten der IFV überhaupt ins Auge fassen? Andererseits, wie können die gewählten Parlamentarier der Stadt dies überhaupt zulassen?

Die Redaktion hat nun die Information erhalten, dass sich die beiden weiteren Anrainerstädte auch nur in der finanziellen Größenordnung wie Braunsbedra in die touristische Vermarktung durch den IFV einbringen wollen.